Archiv der Kategorie: Lecker Leipzig

Lützschena-Taumel

Nicht nur Himmelfahrt/Männertag bietet sich für eine Landpartie an. Ingrid und ich haben uns letztens wieder in Richtung Lützschena geschraubt. Aber zuerst haben wir uns natürlich ordentlich einen angetrunken, damit wir auf voll P1060283waren, und zwar 1a. Mit drei acht im Turm sind wir dann zur alten Sternburg-Brauerei getaumelt, aber die war irgendwie nich mehr in Betrieb: P1060288Dafür haben wir merkwürdige Gesichter dort entdeckt. Oder lag das an unserem Pegel? P1060290Der absolte Gipfel sind die Giebel von Lützschena: P1060294Aufmerksamen Betrachtern wird nicht entgangen sein, das in dem unteren Bullauge Richard Wagner steht. Der war auch nicht mehr nüchtern. Dann sind wir in die Gartenstadt von Lützschena getorkelt. Die Reformarchitektur von ca. 1910 sollte Stadt und Land angenehm miteinander verbinden. Sehr schön. Hicks. Es gibt aber auch noch frühere Siedlungszeugnisse in der Umgebung zu sehen, frühe Asphaltzeit würde ich sagen: P1060301Die Gartenstadt war damals sicher noch lauschiger. Vielleicht lag es an unserem Rausch, der uns den Blick vernebelte, aber die Häuschen haben doch sehr unter den Modernisierungsmaßnahmen gelitten. In vielen Häusern sind zum Beispiel Haustüren eingebaut, die in ihrem Design an die auf fetzig getrimmten Pullover der DDR-Jugendmode erinnern, die am Ende doch einfach nur hässlich waren, weil aus unmöglichem Material und mit schaurigem Muster. Nur, wenn man nach oben schaut, sieht es noch ein bisschen nett aus: P1060322P1060324Die Anwohner betrachteten uns denn auch mit gekräuselten Lippen. Es gefiel ihnen gar nicht, dass zwei trunkene Frauen in ihre Vorgärten atmeten und dann wollten sie auch noch wissen, wofür die Fotos wären, die wir machten. Nur dem kleinen Faun am Jungfernbrunnen war alles egal. Er versuchte verzweifelt, seiner Panflöte Töne zu entlocken, Publikum hatte er nicht: P1060315Da brauchten wir dringend innere Erhöhung, die wir im Bismarckturm fanden: P1060304Wir stiegen auf die erste Plattform und da mussten wir uns ganz schön festhalten. Und wir fragten uns, was Otto wohl von dieser pragmatischen Formation gehalten hätte. Ist ja eigentlich schön, wenn man alles beisammen hat: P1060311Na ja, wir ließen es dann gut sein und schliefen in der Landschaft unseren Rausch aus. Es gehört unbedingt zu einem Ausflug, dass man seine Spuren hinterlässt: P1060325  

Kleinkrieg in der Südvorstadt

Als ich vor ein paar Tagen zu meiner Laufrunde aufbrach, entdeckte ich an einer Baustelle einen Kontainer, auf den hatte jemand Folgendes gesprayt: "Das ganze Haus am besten hier rein!" Da hatte wohl jemand die ganzen weißen viereckigen Klötze satt, die an jeder noch freien Ecke aus dem Boden sprießen. Jede einzelne Freifläche der Südvorstadt, wild bewuchert und unbegehbar oder einfach nur zum Nichtstun einladend, wird mit Ein- und Mehrfamilieneigenheimklötzen zugekleistert. Ich gönne jedem seine vier Wände, aber braucht eine Stadt nicht auch ein paar Unflächen? Unbebaut, ungenutzt, ziellos und ganz ohne Zweck - einfach ein Ort, an dem man stehen bleiben kann und nichts tun muss. Ich fand den Kommentar auf dem Kontainer witzig und wollte ihn beim nächsten Mal fotografieren - nämlich heute. Aber der Kontainer war anscheinend sofort ausgewechselt worden. Ein Niegelnagerneuer stand da. Aber auch an dem hatte jemand kommentiert: P1050968Da muss wohl jetzt noch mal ein neuer Kontainer ran, denn Aufschriften scheinen nicht willkommen zu sein. Und das ist ein Verhalten, das ich merkwürdig finde: dieses mir irgendwie widerwärtige, emsige, sofortige Wegputzen von Grafittis. Ich kann schon verstehen, dass Hausbesitzer nicht freudestrahlend schreien: Juchhu, wir sind getaggt! Aber irgendwie muss man doch auch die Kirche im Dorf lassen können. Denn folgendes beobachte ich seit Monaten: An einer Straßenecke wurde ein Haus saniert mit einem eingezäunten Parkplatz daneben. Das Haus erstrahlte picobello neu und klar, waren bald darauf Tags auf die einladend freie Wand am Parkplatz gesprayt. Sofort wurde alles wieder übertüncht. Und das geht jetzt seit Monaten so: sprayen, malern, sprayen, malern. Dieses Gebaren empfinde ich als überflüssig und spornt nun beide Fronten zu Hartleibigkeit an. Anstatt es bei dem einen Tag zu belassen, wurde inzwischen auch die hölzerne Haustür besprayt. Dann wieder frei gekratzt, wieder getaggt... Inzwischen sieht sie richtig schäbig aus, obwohl sie erst ein Jahr alt ist. Was ist die nächste Stufe? Wird dieser Platz bald videoüberwacht oder von Wachleuten gesichert? . Vor drei Tagen wurde wieder an der Wand getagt - wollte ich heute festhalten, aber es ist schon wieder geweißelt: P1050969Vielleicht sollte ich mal was draufschreiben: Leute, macht euch mal locker. Es gibt echt schlimmere Probleme. Man mag Tags nicht besonders schön finden, aber in einer Stadt hinterlassen nun mal alle ihre Spuren. Andere fahren stinkige Autos, schmeißen Müll überall hin oder belästigen MitstädterInnen mit geistigem Müll. Das muss man dann auch hinnehmen. Und wieder andere stopfen die Kacke ihrer Hunde in kleine Plastiktüten und hängen diese auf die Zweige der Büsche am Wegesrand. Das finde ich viel schlimmer. Und das nimmt übrigens massiv zu und ist auch eine Entwicklung, die ich absolut nicht nachvollziehen kann: Wieso macht sich jemand die Arbeit und stopft Exkremente in Tütchen und lässt dann die Tütchen überall liegen, sogar im Wald. Die Kacke wär schon längst verschwunden, in der Tüte aber bleibt sie dort ewig liegen. Häh??? Ich versteh euch alle nicht. Aber ich will ja nun auch nicht zur Meckererin verkommen. Deswegen noch dieses hier, das mag ich, ist noch ein DDR-Relikt, gepaart mit neuen Tags. Sieht doch zusammen nicht schlecht aus: P1050970  

Neulich im Auwald

Die kleine Hexe besaß ihr Häuschen mitten im dichten, dunklen Wald: P1050821Wenn die Hexe übermütig war, spielte sie Dornröschen und zauberte sich eine undurchdringliche Hecke vor das Küchenfenster: P1050804Aber eigentlich war die Hexe romantisch veranlagt: P1050812 Tagelang saß sie schmachtend auf der kleinen maroden Bank unter ihrem Lieblingsbaum und träumte von einem schönen, klugen Mann: P1050820 Vor lauter Träumerei ließ sie ihren Haushalt ein bisschen von der Leine. Aber eigentlich war Hausarbeit nichts für die Hexe, sie hatte ganz andere Ambitionen. P1050813 Am liebsten schlief sie unter freiem Himmel: P1050833Aber eines Tages war damit Schluss. Da tauchte nämlich ein Lindwurm auf. Der gab mächtig an mit seinen vielen Beinen: P1050828 Das ließ die Hexe kalt, sie war zufrieden mit ihren zwei Beinen. Aber manchmal wurde ihr die Warterei doch zu lang. Schwere Stimmungen plagten sie. Mitunter wurde sie so wütend, dass sie mit genau einem ihrer zwei Beine ihren Geräteschuppen in die Seitenlage beförderte: P1050831Doch eines Tages war etwas anders. Da prangte plötzlich ein Blutfleck auf der Wand - sehr gruslig: P1050834 Der Blutfleck war vom Froschkönig. Der war in der Nacht zuvor hier gelandet - böse Zungen behaupten, eine Prinzessin hätte ihn mit der Hand geworfen, ganz weit ins Nirgendwo hinein - aber gelandet war er nun hier, bei der Hexe. Und es war ein netter Froschkönig. P1050838 Er war geradewegs durch den Dachstuhl geplumpst. Dabei hatte er sich verletzt und den Blutfleck verursacht. P1050847"Schwamm drüber", sagte die kleine Hexe, lächelte still, machte den Blutfleck weg und heizte den Ofen an.

Mein erstes Radio-Feature

Ich war auf Entdeckertour, habe Leute getroffen und Erinnerungen gesammelt, habe mit geschnitten, gesammelt, geschrieben, geschnipselt, hin- und her geschoben und jetzt ist es fertig: Mein erstes Radio-Feature. Es heißt "Industrieruinen - Faszination und Wehmut". Hauptdarsteller sind die leerstehenden Fabriken von Leipzig. Das Feature lief am 9. August 2014 auf MDR FIGARO. Dort kann man es ein Jahr lang nachhören und runterladen. Einfach hier klicken. P1040459

Stadt-Alphabet

Orr nee, dachte ich, als ich von Daniela Dreuth zu diesem Spiel eingeladen wurde. Initiiert wurde diese Blogparade von Birgit Ebbert. Viel zu kompliziert und zeitaufwendig. Aber, wenn man da einmal anfängt, drüber nachzudenken, dann will man's auch fertig kriegen. Zumal ich nicht schnöde Mädlerpassage, Rathaus und Co angeben wollte. Fast alle hier aufgezählten Leipzig-Seiten haben mit mir zu tun, oder finde ich einfach schön. Gut, da sind so ein paar Buchstaben, bei denen ist auch das Leipzig-Leben rar gesät. Aber fleißig habe ich alles mit Links untermalt, so dass Nicht-Leipzig-Eingeweihte schmökern können. A wie Auwald und Absturz B wie Baumwollspinnerei und Bärlauch C wie Clara-Park und Cospudener See D wie Deutsche Nationalbibliothek und Dokfilm-Festival E wie Eis-Pfeifer und Eisenbahnstraße F wie Fockeberg und Feinkost G wie GRASSI Museum und Galerie für Zeitgenössische Kunst H wie Hotel Seeblick und Hauptbahnhof I wie Ilses Erika J wie Johann Sebastian Bach und Johannisfriedhof K wie Kinobar Prager Frühling und Karl-Heine-Kanal und Karl-Liebknecht-Straße L wie Löffelfamilie und Lene Voigt (Ich liebe das Foto von ihr) M wie Museum der bildenden Künste und Moritzbastei N wie Nikolaikirche und Nato O wie Oper und Olympiabewerbung (eine fehlgeschlagene) P wie Plagwitz und Parkborgen Ost Q wie Qualitätsmanagement (gibt’s sicher ne Menge, bin ich mir sicher) R wie Rosental und Russische Gedächtniskirche S wie Scheibenholz und Schauspielhaus T wie Thomaskirche und Theater der Jungen Welt U wie UT Connewitz und UV-Lesung V wie Völkerschlachtdenkmal W wie Werk II und Westflügel Figurentheater X wie xtra viele Lost Places und gammlige Häuser Y wie Yadegar Asisi (Panometer) Z wie Zoo

Tunnelblick

Seit Jahrzehnten (o.k. fast ein bisschen übertrieben) ziehe ich in meinem Kiez von links nach rechts und zurück, immer an der Karli verbleibend. Deswegen kenne ich diese Straße auch ziemlich gut. Umso größer war mein Erstaunen, als ich letztes Wochenende um die Häuser zog. Mal abgesehen von den hässlichen Baustellen, deren Endprodukt diese Straße auf ewig verkrunksen wird, waren da wie über Nacht komplett neue Kneipen eröffnet. Hab ich gar nicht bemerkt, dachte ich bei mir, dabei bin ich hier doch mehrmals die Woche unterwges. Aber es hat sich etwas verändert. Musste ich vor Mitte Dezember auf dem Weg ins Nachbar-Halle mit der Straßenbahn zum Bahnhof fahren, um dort in den Zug zu steigen, nutze ich inzwischen den City-Tunnel. Das heißt, ich wackele nur ein paar Minuten hoch zum Einstieg beim Mitteldeutschen Rundfunk und fahre von dort direkt bis nach Halle durch, ohne Umsteigen - und bis zum Bahnhof unter Leipzig durch. Es ist einfacher und bequemer. Ja. Aber wie man nun sieht, entfremdet mich dieses Verkehrsmittel meiner Wahlheimatstadt. Wenn aber zukünftig immer Verlass ist auf die S-Bahn, und nicht früh am Morgen eine Minute vor Abfahrt über die Anzeige kund tut, dass der nächste Zug mal wieder ausfällt... wenn die neue S-Bahn vor allen Dingen genügend Plätze für alle Mitfahrer parat hat (ich meine ALLE), ohne dass die Hälfte stehen muss und bissige Streite zwischen den Reisenden-mit-Fahrrad und Reisenden-ohne-Fahrrad die Luft verpesten ... dann verzeihe ich ihr das vielleicht. Also, liebe S-Bahn, streng dich bitte an. Heute früh genoss ich auf dem Weg zum City-Tunnel-Zustieg MDR einen wundervoll nebligen Blick:

Der Kohlrabi-Zirkus mit seinen zwei Kuppeln (doch es sind zwei, bitte genau hinschauen):

P1040833Die russische Kirche schmollt im Hintergrund wie ein riesiger, eingerüsteter Schatten:

P1040835Ein Teil des MDR's neben dem Gasometer, wo es derzeit ein 360°-Panorama zur Völkerschlacht zu glotzen gibt:

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Knuspriger Stadtrand

"Randlust" lautete das Titelthema der Novemberausgabe des Leipziger Stadtmagazins Kreuzer. Darin wurde auch der Flughafen Mockau bebildert. Bezaubernd. Er wurde sofort Grund für einen Gruppenausflug dorthin: P10406361913 wurde der Flughafen Mockau eröffnet, als Luftschiffhafen und Fliegerstation. Die ganze Geschichte des Flughafens lässt sich ganz bequem auf Wikipedia nachlesen. Seit 1991 schläft das Gebäude. Wikipedia flüstert, dass hier ein Hotel entstehen soll. Eine schöne Empfangshalle mit schwarzem Marmorpfeilern ist noch da. Links und rechts gibt es diese großzügigen, runden Ausbuchtungen - wie gemacht für einen entspannten Morgenkaffee mit Blick auf die Einöde draußen. Nur damit das klar ist: Ich mag Einöde. P1040665 P1040664In der zweiten Etage führt eine süße kleine Wendeltreppe bis ganz nach oben in den Tower: P1040649 P1040650Und hier endet der Aufstieg in den Tower, also eigentlich ist es ein Towerchen: P1040656Tower von innen: P1040652Tower von außen: P1040659 P1040645P1040662 Fundstück: Eine Titelkopie eines Buches, verlegt von einem der schönsten Buchläden Leipzigs. Bei Klick aufs Bild, wird's größer. Vielleicht sucht ja jemand noch ein Weihnachtsgeschenk :-).       Jawohl! Hier klebte früher echt coole Tapete. Jemand hat sich nicht getraut, die Wandfarbe bis ganz runter zu streichen. Vielleicht entscheiden sich die Eigentümer ja für einen Erhalt der Blumen... zumindest als kleiner Sockel... untenrum... das wäre doch nett...

Morsche Schönheiten

In letzter Zeit habe ich mich intensiver mit Leipzigs still stehenden Fabriken beschäftigt. Die folgenden Bilder sind meine Lieblingsmotive. Bei Klick aufs Bild, wirds sofort groß! P1040399           P1040410           P1040459           P1040454           P1040504           P1040498               P1040200        

Stadttour Stötteritz

Ständig verschwinden Orte in der Stadt. Der Güterbahnhof in der Stötteritzer Straße ist dem Untergang geweiht, weil Stötteritz hier an den City-Tunnel angebunden wird. Während rund um den ehemaligen Bahnzustieg Neues entsteht, ist der alte Kern des Bahnhofs sich selbst überlassen. Und natürlich handelt es sich hier um gefährliches Gelände! Es kam dann auch ein Aufpasser angeradelt, der uns gleich mit der Bundespolizei drohte, die uns abholen würde. Das wollten wir der Bundespolizei aber nicht zumuten und so hielten wir uns nicht lange auf, auf dem ehemaligen Güterbahnhof Stötteritz. P1030991 P1030985 - Kopie              

Solche Lampen wie links zählen, glaube ich, zu den Design-Auslaufmodellen. Rechts habe ich einen schönen Pipanten am Fenster entdeckt.

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Schienenbauteile in Hülle und Fülle. Schwellen-Berge. Und jede Schwelle hatte eine eigene Nummer. O. k. alle haben wir nicht kontrolliert.

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Wie man links sieht, lässt es sich auch auf einer riesigen Baustelle entspannt grillen! Was die Bundespolizei dazu sagt, würde mich ja interessieren :-). Rechts ein knorriger, undurchdringlicher Stahlwall. Den kann niemand mehr entwirren. Bei Klick aufs Bild, wirds größer.

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"Tut." Wollte mal jemand sagen und hat einfach die Information überklebt. Es blieb aber das einzige "Tut", das uns begegnete. Rechts - voila, meine Fundstücke des Tages. Herr Schlönske war besonders neidisch auf die große Mutter.

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An der Oststraße, vor der Kleingartensiedlung "Nachtigall" steht dieses kurz vor dem Einsturz befindliche Haus. Früher hätte es eine Villa Kunterbunt sein können!

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Auf dem linken Bild kann man problemlos in die ehemalige Privatsphäre des Hauses hineinschauen. Das Haus magert bis aufs Skelett ab, es hat sämtlichen Schmuck verloren. Haltlos pendelt die Tür über dem Abgrund.

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Blogparade: Lieblingsort Leipzig

Adelina vom Blog "Leipzig Lieben" veranstaltet eine Blogparade. Es geht - natürlich - um Leipzig. Sie fragt nach den Lieblingsorten der Leipziger - bitte hier entlang. Da kommt man ins Grübeln. Sofort dachte ich erst: Das Grassimuseum mit dem verschlafenen Friedhöfchen.

Hinter diesem wunderschönen Tor ist der Friedhof:

P1000456 Und vor dem schönen Tor gehts links und rechts hinein in den Museenkomplex: Völkerkunde, Angewandte Kunst und Musikinstrumente. Da kann man Stunden drin verbringen. Allein der Art Deko-Bau mit dieser artifiziellen Ananas auf dem Dach: hier gucken und die frisch sanierten Josef Albers-Fenster: hier gucken. Aber dann dachte ich: Lieblingsort, das ist doch was anderes. Ein Lieblingsort ist einer, den man freiwillig so oft wie möglich aufsucht. Komischerweise verbinde ich mit Lieblingsort Einsamkeit. Einsamkeit in ihrer positiven Auslegung: Meinen Lieblingsort suche ich auf, wenn ich allein sein will. Das ist ein Ort, an dem man seine eigenen Gedanken besser ertragen kann. Und da muss ich sagen - obwohl ich ein Stadtkind bin - das ist für mich der Auwald. Von Wasser durchädert, verwildert, krautig, moosig, gefährdet - ich bin ca. zwei Mal in der Woche dort. Wie gut, dass er in zehn Minuten erreichbar ist. Ich könnte hier so viele Auwald-Bilder einstellen, aber die Schönheit, die ich da sehe, stellt sich vermutlich nicht für andere Augen her. Also beschränke ich mich auf eine Stelle: Es ist der Krötentümpel, über den ich hier schon berichtet habe.

Das ist die Stelle, einmal trübe im Spätherbst:

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Und einmal sonnig im Mittelherbst:

P1020048 Ich habe schön öfter über den Auwald geschrieben: hier und hier. Im Auwald nachdenken. Im Auwald rennen. Das möchte ich nicht mehr missen. Übrigens, wer etwas für den Auwald tun will - es gibt ja Sachen wie Abholzungen, merkwürdige Maßnahmen zum Hochwasserschutz, plötzlich auftauchende betonierte Pfade etc. - der wird einfach Mitglied im Ökolöwe e.V. Tut nicht weh und wirkt.