Archiv der Kategorie: Gehen Brulée

Oktobember

Ist man eigentlich offiziell alt, wenn man Herbstimpressionen postet? Aber vielleicht nicht, wenn man diese während eines ca. 20 km-langen Fußmarsches eingesammelt hat. Doch, doch, die Waden schnattern heute noch.

P1060618Forscher nehmen an, dass die Gebrüder Grimm die Settings zu ihren Märchen im Bennewitzer Forst fanden.

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P1060613Möglicherweise erblickest du - werte/r Blogleser/in - in der Ferne Aschenbrödel mit ihrem Schimmel Nikolaus...

P1060623 Im Wachstumsprozess einer Kohlrübe steckt viel Schönes. Wenn es eine ist.

P1060625Da wird selbst dem Himmel blümerant.

P1060628Die Informationstafel ist sprachlos, aber nicht ohne Botschaft.

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Rom, prego!

Ich war in Rom. Was soll ich sagen? Dass Rom unglaublich schön ist? Engelsburg, Petersdom, Vatikanische Museen, Sixtinische Kapelle, Pantheon, Kapitol, Forum Romanum, Colosseum, Trevi Brunnen... unmöglich, diese Pracht hier zu zeigen. Ich versuche trotzdem, ein paar Momente hier zu konservieren. Der Himmel über dem Kapitol, wie gemalt. Michelangelo hätte sich gefreut:

P1050537P1050547Lieblingsbäume:

P1050707Mein Lieblingsort, das Pantheon - die schönste Kuppel (oben offen!), hier steht die schönste Madonna - von Raffael, der hier auch begraben liegt. Aber all meine Fotos sind unbedeutend und fangen nicht im geringsten etwas von der Stimmung da drinnen ein (bei Klick aufs Bild wirds groß): P1050664P1050667P1050668  

Leute:

P1050691Körper:

P1050697Mein Lieblingsbild:

P1050711Stadt der Engel:

P1050624Ein verblüffter Hase - mein Lieblingsdetail auf sieben Kilometer Vatikanische Museen:

P1050635Ah-und Oh-Raum in den Vatikanischen Museen:

P1050640Hinterhofromantik:

P1050564Nachtleben:

P1050563In der Engelsburg:

P1050532Jetzt habe ich doch viel mehr Bilder hier reingestellt, als ich wollte. Abschließend: Die wichtigste Tat, um dort zu überleben, war, nach zwei Tagen in eine Apotheke zu krauchen und um Anti-Schmerzgel für die Beine zu betteln. Eines Tages haben wir uns verlaufen und sind statt nach Trastevere am Tiber entlang in die falsche Richtung gelaufen. Aber das war heilsam. Denn fernab des kunsttösenden Zentrums haben wir gesehen, an manchen Stellen sieht auch Rom aus wie eine halbwegs normale Stadt.

Wahandern, mal wieder!

Meine Rubrik "Gehen Brulée" habe ich schändlich vernachlässigt. Ich versuche, das zu ändern. Deswegen zunächst: Einblicke in die letzte Tour. Am Bahnhof ging alles los. Die Neigungsgruppe Wandern traf sich in Bad Kösen für einen gepflegten Gang inklusive Steigung. Das wunderschöne Bahnhofshäuschen ist zwar kaputt und nicht mehr in Betrieb, aber dennoch eine kleine Schönheit: P1040547In einem Bad Kösener Eiscafé belauschte ich großartige Wortwechsel. Am Nebentisch: Frau: "Wenn die Klitschkos kommen, muss ich gucken. Geht nicht anders! Als Henry Maske noch boxte, hab ich auch immer geguckt. Weil, mein Mann heißt auch Henry. Da hab ich aus Sympathie geguckt." Und auf der Damentoilette: Zwei kleine Jungs blockierten diese. Kommt die Mutter und fragt: "Was issn hier los?!" - Die Jungs: "Wir haben Durchfall!" - Die Mutter entsetzt: "Macht keene Scheiße!" Bad Kösen schein ein skurriles Pflaster zu sein: Eine gelbe Katze sitzt auf dem Dach und schielt hinunter zum Auge des Zyklopen: P1040548Kaum unterwegs im Wald, werden wir aufgefordert zum Denkmälern. Ein schmissiger Theodor-Körner-Spruch (Schicksal zerschmettert Heldenbrüste aber nicht den Heldenwillen oder so) mahnt uns an die Bad Kösener Gefallenen des Ersten Weltkriegs: P1040550Und schon droht die Region mit Landschaft: P1040562 P1040566Auf der Rudelsburg sind Tauben zu Hause und girren versteckt im Mauerwerk: P1040565 P1040567Eine Installation in Saaleck: Ganz rechts - die Verbindung zur Welt, ganz links - die Heimat, und dazwischen - SOS. Alles, was man braucht. P1040575Wer die Anbindung zur Welt nicht braucht, läuft gegen die Baumwand: P1040586 P1040585P1040588Nach einem echt verzweifelten Aufstieg wurde im "Himmelreich" gerastet - die Senfaufschrift auf dem Teller beweist es. Oma und Opa sitzen in Bad Kösen einträchtig vor dem Haus, als wäre nichts passiert. P1040589P1040595Eine Haltestelle namens Katze finde ich zumindest ungewöhnlich. Rechts: bitteschön, salzverästelte Faschinen im Gradierwerk - gesund!

Wandern im Fläming

Längst wäre im Text-Burger mal wieder Zeit für eine "Lecker-Leipzig"-Tour, aber das Wetter, das Wetter... Stattdessen ging es an diesem Wochenende auf eine Wanderung durch den Hohen Fläming. Obwohl langfristig im FRÜHLING geplant, wurden wir mit vereisten Äckern und frostigem Grieselregen konfrontiert anstatt mit zarten Knospen und dräuendem Grün in weicher Luft. Neun Textarbeiterinnen aus unterschiedlichen Richtungen verbissen sich trotzdem über 16 Kilometer in den Internationalen Kunstwanderweg. Kunstwerke säumten die vom Winter ausgemergelte Landschaft wie z. B. Installationen von diesem Schlag (Karl Menzen): P1030901

Besser gefallen haben mir dagegen unschuldige Arrangments wie hier: Märzenbecher mit Bratpfanne:

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Richtig cool waren die Wölfe der belgischen Künstlerin Marion Burghouwt:

P1030884 Während der Mittagsrast in Borne saßen wir unter schwer gerafften Gardinenmonstern. Die meisten ergaben sich wortlos der Stachelbeer-Baiser-Torte, made bei Mutti vom Wirt. Die zugehörige Werbung der Ost-Kräuterlimonade versprach ganz richtig: "Ich glaub, ich trink im Wald". Der rührige Wirt pries seine Region in hohen Tönen. So hatten sich hier vor ein paar Jahren Freiwillige zu einem Verein zusammen getan und ermöglichen seitdem einen regelmäßig fahrenden Bus, der liegen gebliebene Wander*innen auf- und einsammelt. Auch der Wirt fährt seine Touren. Warum er das macht? Na, weil er bei den Gästen seines Restaurants, das genau auf dem Internationalen Kunstwanderweg liegt, merkte, dass diese Bedarf hatten. Ja, es gibt gute Menschen im Fläming. Wir klärten noch kurz sämtliche Verbindungspunkte des Wirtes mit Siegen, Düsseldorf und Köln - alles Städte, die unsere Wandergruppe im Biografiegepäck hatte.

Nicht richtig trennen konnten sich wohl einige Fläminger von solchen Preziosen:

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Außerdem ist man rund um den Fläming vorbildlich auf die demografische Emtwicklung eingestellt:

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Die Notdurft betreffend hatte man hin und wieder die Qual der Wahl. Was ist besser - das herkömmliche Becken oder der Dixie-Olymp?:

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Für den Rest verschwanden wir sang- aber nicht klanglos im Wald:

P1030903 Wandern ist cool. Eine Tätigkeit, die ich 2013 öfter bemühen möchte. Ich habe dazu vorsorglich eine neue Kategorie eröffnet: Gehen Brulée.