Vier Stunden ging es am Samstag quer durch Leipzigs Osten – der Parkbogen Ost hatte zum Bürgerspaziergang geladen, um seine Vision von der grünen Anbindung des Ostens an die Innenstadt zu verdeutlichen. 80 Leute kamen zu der Veranstaltung und bestimmt 60 davon waren über 60 Jahre. Diese bunte Masse wälzte sich also stundenlang durch den Osten, vorneweg Initiator Michael Berninger (culturtraeger) mit einem Mikro und tragbaren Lautsprecher… die Blicke der Passanten sprachen Bände: hier müssen Bekloppte unterwegs sein. Bei einer Massenstraßenüberquerung versperrten die Veranstalter mit selbstlosem Körpereinsatz den Autos die Weiterfahrt, was Unwillen hervorruf und den Vorwurf: “Ihr seid doch von der Kirche!” Nö. Wir wollten nur glotzen.
Startpunkt war das GRASSI Museum und der Johannisfriedhof, wo nach Meinung der Parkbogen-Leute an der äußeren Friedhofsmauer eine Tür eingerichtet werden sollte, durch die Spaziergänger und Radfahrer ganz einfach zum Garten des Haus des Buches gelangen würden und dann gleich in den Lene Voigt-Park.
Links ein steinernes Gesicht am Bugra-Messehaus ( aufs Bild klicken für die größere Ansicht) und rechts ein Blickwinkel hinter dem Haus des Buches.
Nach der Bahnfahrt auf dem Viadukt (von dem Viadukt hatte ich hier schon berichtet) ging es in den Mariannenpark und dann direkt in den alten Postbahnhof Schönefeld, einer der Lost Places aus dem Film Lost Places LE.
Der schönste Abschnitt des Spaziergangs war der Teil an der Parthe entlang, von der Berliner Brücke bis zur Westseite des Hauptbahnhofes. Dort war zum Beispiel dieses Türchen zu sehen:
Oder dieser Blick aus dem Tunnel:
Zwischen Wildblumen stand dieses verfallende Haus, das die Hände rang:
Und dieses zarte Wandgemälde schwebte gen Osten:
Während des Spaziergangs gaben Experten kurze Einführungen an den Hot Spots wie z. B. am Lokschuppen des Lene Voigt Parks, am Viadukt, auf der Gleislandschaft der Deutschen Bahn, das Leipziger Gartenprogramm (siehe hier) im Rosengarten des Mariannenparks oder der Ökolöwe an der Parthe. Der größte Teil des beschrittenen Geländes gehört der Deutschen Bahn. Wenn am Ende des Jahres die S-Bahnstrecke im Osten still gelegt wird, muss die DB entscheiden, was damit geschieht. Parkbogen Ost will nun die Vision in die Leipziger Köpfe tragen, dass dort die ganze Strecke entlang gelatscht und geradelt werden darf, sei es zur Arbeit, zum Vergnügen oder eben nur so zum Vergnügen – ähnlich wie auf der High Line in New York. Und mitkämpfen darf jeder Leipziger, dem die Idee gefällt. Zur Kampfeinstimmung noch eine kleine geballte Faust aus Plastic, eingefangen (und zwar leider schlecht) an der Parthe hinterm Bahnhof:
Schlagworte: Leipzig, Leipziger Gartenprogramm, Osten, Parkbogen Ost













Vielen Dank ihr!
witzig, informativ und also danke. werde hier jetzt öfter vorbeischauen. christine
Großartig! Vielen Dank, dass du über deinen Ausflug berichtet hast
Tolle Eindrücke, wie immer.
Katrin