Urbane Schlendereien

Seit wir unsere Leipzig-Touren planen, krakeelt Ingrid, dass sie zum Rundling will. Letztes Wochenende habe ich es dann nicht mehr ausgehalten, sind wir halt nach Lößnig zum Rundling gefahren. Schon im Stadtplan sieht der Lößniger Rundling putzig aus. Komplett bewundern kann man ihn leider nur aus der Luft, z. B. hier. Die FAZ schrieb 2009 einen interessanten Artikel zu diesem “bewohnten Baudenkmal” – hier gehts zum Artikel. Dort steht auch, was den Leipziger Nibelungenring von der Berliner Hufeisensiedlung unterscheidet.

Hubert Ritter hat die Lößniger Wohnanlage 1929/30 erbaut – 24 Häuser in Form von drei konzentrischen Ringen, ein spektakuläres Bauprojekt, dass seinerzeit nicht nur Freunde fand. Im Wendland – wo Ingrid und ich sogar schon waren, gibt es ganze Rundlingsdörfer, die auf dem Weg zum Weltkulturerbe der UNESCO sind.

Nach dem Rundling sind wir bis zum Silbersee gefahren, wo es meilenweit unberührte Wiesen gibt. Wem die Menschentrauben im Clara-Park zuviel sind, sollte es mal hier versuchen.

Zum Schluss ein Softeis bei Braker’s. Das geht immer. Das beste Softeis der Stadt. Und unglaublich günstig. Auf in den Süden.

Futuristische Einkaufskultur Ecke Bornaische Str. /Siegfriedstr.

Es gibt auch schöne Mauern.

Verlassenes Bauernhaus mitten in Connewitz? War nur zwei Mal so groß wie wir und ich flunkere nicht!

Runde Brötchen, runde Bäckerei, alte schöne Schrift.

Mitten im Rundling, den man nur aus der Vogelperspektive richtig bewundern kann. Da hinten schimmert was Rundes aus dem inneren Kreis hervor. Gleich sind wir im Kern. Bauhaus ist lebendig.

 

 

 

 

 

 

 

Die eine Kreishälfte des inneren Rundlings.

 

 

 

 

 

 

 

Und hier die andere Hälfte. Ihr müsst euch die beiden Bilder als einen Halbkreis vorstellen. In der Mitte mickert ein Rosenbeet. Ist übrigens auch eine gefährliche Gegend, wie man einer Notiz auf der Sitzbank entnehmen kann:

In der Nähe des Silbersees trieben sich komische Vögel herum, deren Füße aussahen, als wären lauter breit gelatschte Reptilien ans Bein geklebt.

So änne Idülle! Das hört gar nicht mehr auf mit der Idylle rund um den Silbersee.

So und nun noch ein Gruß vom freundlichen Rabenmann im Fenster. Gibt es eine Erklärung, wieso sich Menschen diese Geschöpfe ins Fenster stellen?

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7 Kommentare zu „Urbane Schlendereien“

  1. Dein Ton gefällt mir. Werde gerne wieder vorbeikommen.

    Zum Rundling: die Ödnis mit diesem müden Rasen und der abgewrackten Bank drückt eine große innere Leere aus.

    Zum Vergleich: Wiener Sozialbauten der zwanziger Jahre: Karl-Marx-Hof.

    http://www.austria-lexikon.at/attach/Wissenssammlungen/Bibliothek/Wien_mit_den_Augen_des_Adlers/Wohnen_in_Wien/Karl-Marx-Hof/scaled-800x575_dkaiser_hav_96.jpg

    http://www.flickr.com/photos/walter_a_aue/5743274052/

    http://farm3.static.flickr.com/2347/5801298110_9092cff690.jpg

    http://farm5.staticflickr.com/4049/4711836143_49d52eb889.jpg

    Gruß aus Bayern

    MM

  2. text-burger sagt:

    Üngrüd! Dat mit de Himbeeren versteht doch keiner :-) !

  3. Ingrid sagt:

    Ach ja, und weiterhin sollte dringend noch Erwähnung finden, dass der Sigfriedplatz fürderhin nun Himbeerplatz heiße… (Der inmitten der Nibelungen, logisch)

  4. Ingrid sagt:

    Oh, aber von Schwimmlappen hatte ich auch noch nichts gehört… Die Reptilienversion erscheint mir aber eindeutig plausibler!

    Und wenn ich noch mal krakeelen darf (was ich ja in eigentlich nie nicht tue!): Marienbrunn! Klingt verlockend! Und jahaaa, wir fahren das nächste Mal nach Stötteritz!

  5. text-burger sagt:

    Ingrid erwähnte irgendwas mit Blässhuhn.
    @Hansi: Danke für den Tipp! Hast du auch Tipps für Reudnitz/Stötteritz – die Ecke?

  6. Hansi sagt:

    Zu Deiner letzten Frage: Die wollen nur in Dein Blog! Auch interessant, weil baulich zuweilen ähnlich ist das Carree Triftweg – Denkmalsblick – Lerchenrain. Überhaupt Marienbrunn. (Als Tipp für den nächsten Teil dieser Serie.)

  7. Andrea sagt:

    Ich hab ja mal (kurz) in Lößnig gewohnt, aber in die Rundling-Ecke hab ich mich nicht verirrt. Ich war im Wohnheim, im Park oder auf dem Weg zur Uni. ;) (Und das lustige Tier ist ein Blässhuhn. Ich dachte immer, das wird Blesshuhn geschrieben, aber nee … https://de.wikipedia.org/wiki/Bl%C3%A4sshuhn)

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