Ein Hoch auf die Fleecedecke

Die Fleecedecke hat unschöne Seiten. Erstens, sie müffelt. Eine Fleecedecke scheint sich immer den erstbesten – selbst nur temporär – auftretenden Müffelgeruch zu adoptieren und für immer zu behalten. Deswegen riechen Fleecedecken nie gut. Außerdem sind sie oft elektrisch geladen und entlassen die eben noch eingewickelte Person – ganz sicher mit einer Portion Häme – in die Außenwelt, wo diese dann bei der ersten Berührung einer Türklinke eine gescheuert kriegt. Außerdem knöteln Fleecedecken und… Aber he! Wer wird denn mit all den schlechten Eigenschaften beginnen? Wo an einer Fleecedecke doch auch viel Schönes dran ist! Sie ist warm. Sie ist nicht aufbrausend. Sie trocknet im Vorbeigehen. Aber das Schönste: Sie kann den Sommer in den Herbst hinüberretten. Indem sie biertrinkende Menschen auf Freisitzen vor dem Wetterumschwung bewahrt. Eingewickelt wie ein Michelin-Monster, unter den Achseln fest fixiert, steigt einem die von unten wallende Hitze bis zur Nase und: Es ist warm, Tendenz steigend. Auch wenn die erste herbstliche Nachtkälte kommt und sich der Tau auf die Fahrradsättel legt – in der Fleecedecke existiert man im Parallelwetter. Und ganz ohne Krach.

4 Gedanken zu „Ein Hoch auf die Fleecedecke

  1. Text-Burger Beitragsautor

    Hausmeisen und Fleecedecken sind wie die beiden Spielzeughunde: einer schwarz und einer weiß, und man kriegt sie am Hintern nie zusammengesteckt, weil sie sich abstoßen. Gell?

  2. anja

    und die fleecedecke anundfürsich kann damit auch leben retten, wenn man z.b. auf den freisitz hechtet um der gemeingefährlichen hausmeise gerade noch so zu entkommen, jaja!

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