„Mutterflammenlichtblau“

In der Alten Nationalgalerie in Berlin habe ich ein neues Wort gelernt: Mutterflammenlichtblau. So nannte August Kopisch die Farbe, mit der malte. Er hatte auch noch Chrysograsbrillantfeuergrün auf der Palette. Die Farben brauchte zum Beispiel, um die Blaue Grotte auf Capri zu malen, die er gemeinsam mit zwei anderen Freunden entdeckte! Die Entdeckung der Blauen Grotte gilt als Endpunkt der Romantik, Novalis hatte wohl noch von ihr geträumt, Kopisch fand sie einfach so. Der Herr Kopisch war ein interessanter Typ, seine Bilder sind ein bisschen wie auf Droge. Und dichten konnte er auch - sein Nachname war mir daher geläufig. Als ich Kind war, erzählte mir meine Großmutter Börries Freiherr von Münchhausens Geschichte vom "alizarinblauen Zwergenkind", in der ein ausgebüchster Zwerg ein Bad in einem Tintenfass nimmt. Es heißt dort: Da kommt doch diese Nacht / Ein kleinwinzig Zwergenkind / Aus dem Bücherspind / Hinter Kopischs Gedichten hervor / Und krebselt an meinem Schreibtisch empor... und so weiter. Komisch, Kopisch, kenne ich!

2 Gedanken zu „„Mutterflammenlichtblau“

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