Schlagwort-Archive: Buchstabler

Noch einmal Buchstabler

Und jetzt kommt das "große Werk" meiner aktuellen Buchstabler-Kinder. Diese Geschichte steckt voller Lebensweisheit! Aufmerksame Leser werden wieder den kunstvoll gebauten Dialog in der Geschichte bemerken und die tollen Metaphern, die wir in der Werkstatt ertüftelten. Los geht' s:

Leo und die Jaguarfrauen

 In einem großen geheimnisvollen Dschungel lebte einmal ein Jaguarjunge namens Leo. Sein Zuhause war eine gemütliche Höhle. Leo hatte hier alles ganz kuschlig eingerichtet. Im Dschungel wuchsen nämlich viele Kakaobohnenbäume. Die kleinen, braunen Kakaobohnen hatten ein kleines Fell als Schale. Weil Leo für sein Leben gern Kakaobohnen knabberte, hatte er jede Menge kleine Kakaobohnenfelle gesammelt. Er hatte sich aus einem Stöckchen eine Nadel gebaut und mit ihr die vielen kleinen Felle zusammengenäht, so dass die ganze Höhle mit herrlich weichen Kakaobohnenfellteppichen ausgelegt war. Weiterlesen

Hosentaschengeschichten

Zur Zeit führe ich in einem Leipziger Kindergarten wieder mal einen meiner Buchstabler-Kurse durch. Nähere Infos dazu hier. Das letzte Mal kam ich mit präparierten Hosentaschen und wir dachten uns kleine Hosentaschengeschichten aus. Aufhänger der Geschichte sind die Dinge aus meiner Hosentasche. Dieses Buch hat mich inspiriert, diese Art Geschichten zu erfinden. Folgende zwei Geschichten haben mir die kleinen Buchstabler anhand der Dinge auf den Fotos quasi in die Hand diktiert: Es war einmal ein Schlüssel, der dachte: „Ach, wenn ich doch nur etwas zu Essen hätte!“ Er ging in den Wald und kam bald an ein geheimnisvolles Haus. Der Schlüssel ging hinein, da stand ein Teller auf dem Tisch und auf dem lag eine Zitrone. Das war etwas Magisches! Er nahm beides mit nach Hause, machte es sich gemütlich und aß die Zitrone. Dann wurde er müde und bekam Bauchschmerzen. Weil der Teller magisch war, lag am nächsten Tag wieder eine Zitrone da. Und am nächsten Tag wieder und so fort. Irgendwann dachte der Schlüssel: „Oh, wie langweilig, immer nur Zitrone!“ Eines Tages legte er einen Apfel drauf und da hatte er jeden Tag einen Apfel. Dieser magische Teller war ein Glück. Ein kleiner Mann wollte Fahrrad fahren, aber die Kette seines Fahrrads war locker. Außerdem war sein Fahrrad viel zu groß für ihn. Er lief so vor sich hin und fand plötzlich einen Knopf. Er setzte sich auf den Knopf und dachte: „Der ist super als Sitz, da kann ich mir was überlegen!“ Ihm fiel auf, dass der Knopf genauso groß war wie ein Fahrradreifen, der zu ihm passte. Er wickelte die Fahrradkette um den Knopf und fuhr los.

Eine neue Buchstabler-Geschichte

Und wieder ist eine Buchstabler-Werkstatt im Kindergarten "Familiengarten" zu Ende gegangen. Mit Frida, Diana, David, Julius, Matteo, Tim, Tillman und Raphael hatte ich vergnügliche Nachmittage. Wir stellten fest, was für ein schönes Wort KAKAO ist. Wir erfanden die Wörter VIBIZILLI, was etwas Langes, Roten und Scharfes bezeichnet und HALLOPULOPE, was ein neuartiger Willkommensgruß ist. Natürlich haben wir uns auch eine Geschichte ausgedacht, heraus gekommen ist eine ganz wilde und verblüffende Odyssee: Die unechte Schatzkarte – eine verwirbelte Geschichte Es war einmal ein Piratenschiff. Auf dem hatte Kapitän Palifrima das Kommando über 50 Piraten. Und so sah der Palifrima aus: Auf seinem Kopf saß eine Mütze, auf der ein Anker und ein Totenkopf zu sehen war. Im Gesicht trug Palifrima einen langen Bart und seine Hosen waren kaputt. Das kam übrigens von dem Seewetter, denn wenn es oft stürmt und regnet, gehen Hosen schnell kaputt. Sie werden nass und nässer und dabei immer lang und länger und irgendwann tritt man drauf und sie zerreißen. Palifrimas bester Freund war der Blauwal Otili, das größte Tier, das im Ozean schwamm. Eines Tages schenkte Otili Palifrima eine Schatzkarte, die er im Meer gefunden hatte. Darauf war eine Insel eingezeichnet, die bestand nur aus einem runden, hohen Felsen. Ganz unten im Felsen, direkt auf dem Meeresboden, war ein Schatz versteckt. Palifrima nahm Kurs auf die Insel, um den Schatz zu heben. Aber was Palifrima nicht wusste: Die Schatzkarte war nicht echt. Sie war nur gemalt und ausgedacht – von Julia und Finn. Julia und Finn wohnten in einem kleinen Haus auf der Spitze einer Steilküste, an deren Fußende direkt das wilde Meer tobte. Bei einem Sturm war die Schatzkarte vom Küchentisch durch das offene Fenster hinaus aufs Meer geflattert, wo sie Otili fand und Palifrima brachte. Julia und Finn hatten natürlich gemerkt, dass ihre Schatzkarte plötzlich weg war, konnten sich das aber nicht erklären. So kochten sie sich einen Pudding und wuschen hinterher gemeinsam das Geschirr ab. Als sie die Dreckbrühe vom Abwasch aus dem Fenster heraus ins Meer schütteten, hörten sie plötzlich ein Furcht erregendes Geräusch. Otili war gerade unter der Klippe entlang geschwommen, als er die olle Puddingbrühe auf den Kopf bekam. „Seid ihr verrückt geworden?“, fragte Otili empört. Er hatte von weitem den Felsen der Steilküste gesehen und gedacht, es würde sich um die geheimnisvolle Schatzinsel von der Karte handeln. Dank der Abwaschbrühe wusste er nun, dass es der Felsen war, auf dem Julia und Finn wohnten. Die beiden entschuldigten sich bei Otili und fragten bei der Gelegenheit gleich nach, ob er vielleicht ihre Schatzkarte auf dem Meer gesehen habe. „Die Schatzkarte“, rief Otili! „Na klar, die habe ich Palifrima gegeben.“ „Wer ist Palifrima“, fragten Julia und Finn? „Na eben Palifirma“, sagte der Wal. „Den kennt man doch!“ Die beiden Freunde fragten Otili, ob er sie zu Palifrima bringen könnte. Er forderte sie auf, in sein Maul zu krabbeln. Im Bauch des Wals war es sehr gemütlich. Es gab einen Fernseher, alte Sessel und alte Boote. Übrigens, wenn man aus diesem großen Walbauch wieder raus wollte, musste man eine lange Alge wie ein Lasso schwingen, so dass sich die Schlinge an einem Zahn des Wals festmachte. Dann konnte man an der Alge wieder rausklettern. Als Otili mit Julia und Finn bei Kapitän Palifrima ankam, beichteten die Kinder dem Piraten, dass die Schatzkarte gar nicht echt ist. Palifrima war sauer. „Mensch!“, brüllte er und haute vor Wut so sehr auf den Tisch, dass dieser zerbrach. Aber die Wut dauerte nicht lange, denn Julia und Finn hatten auf der Reise im Bauch des Wals, hinter einem alten Sofa, noch eine andere Schatzkarte gefunden. Darauf war ein Vulkan eingezeichnet, in dem der Schatz versteckt sein sollte. Auf der Stelle segelten Palifrima, Otili, Julia und Finn zu diesem Vulkan. Wie gut, dass sie so viele waren, denn der Schatz wurde von drei finsteren Gesellen bewacht: von einem Troll, einem Roboter und einem Drachen. Den Troll besiegten die Freunde mit Messern und Feuerpfeilen. Für den Roboter bauten sie aus einem Stückchen Holz und einer Batterie eine Fernbedienung, mit der sie ihn einfach abschalteten. Den Drachen schließlich legten sie herein. Sie erzählten ihm, dass im Meer noch ein viel größerer Schatz verborgen lag und so verließ der Drache den Vulkan, um den anderen, größeren Schatz zu suchen. Die Freunde hatten freie Bahn. Vor Freude stimmten sie ein Liedchen an: Wir haben gescheuert Und auch mal gefeuert. Roboter schalten wir einfach aus Und gehen danach nach Haus. Den Troll schießen wir um Und dann ist er krumm. Den Drachen haben wir rein gelegt Jetzt ist die Schatzinsel leer gefegt. Aber nun holen wir unsern schönen Schatz Und für alle gibt’s einen dicken Schmatz! Dann schauten unsere Freunde auf ihre Schatzkarte: Der Schatz lag direkt im Vulkan. Also musste dieser erst einmal gelöscht werden – natürlich mit Meerwasser. Die 50 Piraten von Palifrima bildeten eine Eimerkette und auch Otili leitete mit Hilfe eines Schlauchs, der auf die Fontäne auf seinem Rücken gestülpt war, Wasser in den Vulkan. Bald war der Vulkan gelöscht und Palifrima, Julia und Finn stiegen hinunter. Aber, was war das??? Die Freunde waren nicht wenig erstaunt, als sie lauter Zwerge entdeckten. Tatsächlich lebten in diesem Vulkan 200 Zwerge, die sehr wasserscheu waren und in der Hitze des Vulkans die schärfsten Schwerter der Welt schmiedeten. Dazu benötigten sie allerdings das ganze Gold und Silber aus den Schatzkisten. Das mussten Palifrima, Otili, Julia und Finn erstmal verdauen: Alles war umsonst gewesen! Kein Schatz wartete auf sie! Aber plötzlich wussten sie, dass es gar nicht mehr auf einen Schatz ankam. Das, was sie gefunden hatten, war ja auch so etwas wie ein Schatz. Die Zwerge baten die Freunde, ihren Vulkan wieder zu trocknen, damit sie weiter leben und ihre Schwerter schmieden konnten. Mit vereinten Kräften pumpten sie das ganze Wasser wieder aus dem Vulkan und eröffneten gemeinsam mit den Zwergen eine Zwergenschule. Im Vulkan konnte man fortan viele Sachen lernen: Häuser bauen, Schwerter schmieden und natürlich auch rechnen, schreiben und lesen. Nachdem Palifrima, Julia und Finn in der Zwergenschule schreiben und lesen gelernt hatten, schickten sie den Kindern im benachbarten Dorf – dass durch eine Brücke mit dem Vulkan verbunden war – einen Brief. Sie sollten wissen, dass sie jetzt eine tolle Schule hatten, wo sie alles lernen konnten. Dann verabschiedeten sich Julia und Finn von Palifrima und hüpften in den Bauch von Otili, damit dieser sie wieder nach Hause bringen konnte. In Zukunft besuchten Julia und Finn den Piratenkapitän und sein Schiff 20 Mal im Jahr. Jedes Mal wurden sie dabei von Otili abgeholt und zurück gebracht. Sie brachten Palifrima immer Schokolade, kleine Geschenke und eine Torte mit. Darüber freute sich Palifrima - besonders, wenn er sich beim Schatz-Heben und Plündern mal wieder verletzt hatte. Einmal hatte er sogar eine Schussverletzung in der Schulter und musste sehr lange das Bett hüten. Da war ihm ein Besuch von seinen kleinen Freunden natürlich sehr willkommen. Ein Topf Hühnersuppe wurde gekocht und ein Fest vorbereitet, zu dem natürlich auch die 50 Piraten und die Zwerge aus dem Vulkan eingeladen waren. Diese kamen mit dem Unterwasserzug angereist. Bei jedem Fest, das übrigens immer im Bauch des Wals stattfand, merkten Julia, Finn, Palifrima und Otili, dass es schön ist, wenn man neue Freunde findet. Im Team kann man viel mehr Sachen unternehmen. Und ganz allein würde eine Schatzsuche ja auch überhaupt keinen Spaß machen.

Die erste Buchstabler-Geschichte

Heute habe ich meine erste Buchstablerwerkstatt beendet. Gemeinsam mit den drei Vorschulbuben Eddi, Lorenz und Louis haben wir über mehrere Wochen hinweg Wörter in Laute und Silben zerlegt, gereimt, Wörter erfunden und so weiter. Außerdem haben wir uns Stück für Stück eine Geschichte ausgedacht. Die ist richtig gut geworden. Deswegen dürft ihr sie lesen. Vielleicht entdeckt ihr, wo wir uns etwas tiefer in literarische Gefilde begeben haben. Es sind zwei Versuche von außergewöhnlichen Metaphern in der Geschichte zu finden und ein wirklich perfekt durchkomponierter Dialog :-). Na denn, los gehts: Die Geschichte von Ilopus Es war einmal ein Land, das hieß Saure-Gurken-Land. In diesem Land war jede Gurke sauer, so richtig sauer. Sogar die Flöhe waren so sauer, dass sie sich selber prügelten. Sie dachten: „Mann, bin ich sauer“, und hauten sich. Man muss dazu erklären, dass bei allen Bewohnern des Saure-Gurken-Landes Säure statt Blut in ihren Adern floss. Das macht natürlich noch saurer. Dementsprechend sah das Saure-Gurken-Land auch aus: Alles war dunkelgrün, alle hatten ekelhaft schlechte Laune. Weiterlesen