Artikel-Schlagworte: „Leipzig“

Bärchen-Revue: die Tiller-Teddys

Samstag, 27. April 2013

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Das ladenlose Schaufenster in der Scharnhorststraße zeigt neuen Inhalt. Diesmal tut eine Teddy-Reihe so, als wären sie die Tiller-Girls aus den 20er Jahren. Alle schön in einer Reihe und gleich schwenken sie die Beinchen hoch, und zwar synchron. Was den Revue-Bärchis allerdings für ihre Show fehlt, ist eine schwarze Netzstrumpfhose. Aber Schwamm drüber. Die Katz in der Mitte ist der Solist, klar. Sie kann ganz bestimmt steppen, auch wenn es eigentlich heißt: Da steppt der Bär. Heißt ja nicht, dass Katzen dann nicht steppen können.

Wer genug Zeit mitbringt, kann sich mal eine Stunde vor das Schaufenster stellen und warten. Vielleicht gehen die Beinchen der Tiller-Teddys dann irgendwann hoch. Teddys sollte man nicht unterschätzen.

Stadttour Stötteritz

Dienstag, 16. April 2013

Ständig verschwinden Orte in der Stadt. Der Güterbahnhof in der Stötteritzer Straße ist dem Untergang geweiht, weil Stötteritz hier an den City-Tunnel angebunden wird. Während rund um den ehemaligen Bahnzustieg Neues entsteht, ist der alte Kern des Bahnhofs sich selbst überlassen. Und natürlich handelt es sich hier um gefährliches Gelände! Es kam dann auch ein Aufpasser angeradelt, der uns gleich mit der Bundespolizei drohte, die uns abholen würde. Das wollten wir der Bundespolizei aber nicht zumuten und so hielten wir uns nicht lange auf, auf dem ehemaligen Güterbahnhof Stötteritz.

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Solche Lampen wie links zählen, glaube ich, zu den Design-Auslaufmodellen. Rechts habe ich einen schönen Pipanten am Fenster entdeckt.

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Schienenbauteile in Hülle und Fülle. Schwellen-Berge. Und jede Schwelle hatte eine eigene Nummer. O. k. alle haben wir nicht kontrolliert.

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Wie man links sieht, lässt es sich auch auf einer riesigen Baustelle entspannt grillen! Was die Bundespolizei dazu sagt, würde mich ja interessieren :-) . Rechts ein knorriger, undurchdringlicher Stahlwall. Den kann niemand mehr entwirren. Bei Klick aufs Bild, wirds größer.

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“Tut.” Wollte mal jemand sagen und hat einfach die Information überklebt. Es blieb aber das einzige “Tut”, das uns begegnete. Rechts – voila, meine Fundstücke des Tages. Herr Schlönske war besonders neidisch auf die große Mutter.

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An der Oststraße, vor der Kleingartensiedlung “Nachtigall” steht dieses kurz vor dem Einsturz befindliche Haus. Früher hätte es eine Villa Kunterbunt sein können!

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Auf dem linken Bild kann man problemlos in die ehemalige Privatsphäre des Hauses hineinschauen. Das Haus magert bis aufs Skelett ab, es hat sämtlichen Schmuck verloren. Haltlos pendelt die Tür über dem Abgrund.

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Und noch ein paar Details: Links oben eine der wunderschönen alten Gartentüren mit diesem geschmiedeten Sonnenmuster – herrlich (Wie gesagt: Bei Klick aufs Bild, wirds größer.)! Rechts eine alte Garage, in der eine alte Plattensammlung ihr Grab fand. Ich glaube allerdings, dass die Platten nicht zur Ruhe kommen, so lieblos, wie sie hier im Dreck liegen. Klarer Fall von untoter Musik! Links unten ein Teil der schönen alten Bahn-Anlage in Stötteritz. Rechts unten: klarer Fall von: “Hier gibts Broiler!” Das sieht aus wie Broiler und nicht wie Hähnchen, wenn ihr versteht, was ich meine.

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Verhaltenstraining

Montag, 8. April 2013

Joggen im Auwald kann bedeuten, zwei Seelen auf einmal glücklich zu machen. Die erste Glückliche ist die Joggerin (ich). Die zweite glückliche Seele ist womöglich ein wildfremder Hund. Wenn sich Jogger und Hunde richtig aufeinander einstellen, können beide nur gewinnen.

Viele Hundebesitzer sind im Wald unterwegs. Wenn sie von weitem einen Jogger sehen, bleiben sie stehen und bedeuten ihrem Hund, sich hinzusetzen. Das passiert anscheinend nur, um die Sicherheit der Rennenden zu wahren, denn so mancher Vierbeiner verspürt mitunter große Lust, sich zwischen verschlammte Joggerbeine zu stürzen und jegliche Bewegungsabsichten mit einem Biss zu zerstören. Der Hund muss sich also setzen und wenn er das gut macht, fasst Herrchen oder Frauchen in die Jackentasche, zückt ein Leckerli und befördert dies in den bereits geöffneten Schlund des Hundes. Mittlerweile ist der Jogger vorbei gerannt und Hund und Besitzer gehen brav weiter.

Genauso habe ich es unlängst wieder beobachtet. Als ich aber Hund und Besitzer auf der Rennrunde das zweite Mal an diesem Tag begegne, passiert Folgendes: Der Hund sieht mich, setzt sich automatisch hin, guckt sein Herrchen an und reißt sein Maul auf. Denn Jogger von vorn heißt – so hat er gelernt: Leckerli aus der Jackentasche. Der Hundebesitzer muss sich fügen. Gern geschehen, denke ich und renne weiter.

Schon wieder?

Donnerstag, 28. Februar 2013

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Blogparade: Lieblingsort Leipzig

Sonntag, 6. Januar 2013

Adelina vom Blog “Leipzig Lieben” veranstaltet eine Blogparade. Es geht – natürlich – um Leipzig. Sie fragt nach den Lieblingsorten der Leipziger – bitte hier entlang.

Da kommt man ins Grübeln. Sofort dachte ich erst: Das Grassimuseum mit dem verschlafenen Friedhöfchen.

Hinter diesem wunderschönen Tor ist der Friedhof:

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Und vor dem schönen Tor gehts links und rechts hinein in den Museenkomplex: Völkerkunde, Angewandte Kunst und Musikinstrumente. Da kann man Stunden drin verbringen. Allein der Art Deko-Bau mit dieser artifiziellen Ananas auf dem Dach: hier gucken und die frisch sanierten Josef Albers-Fenster: hier gucken.

Aber dann dachte ich: Lieblingsort, das ist doch was anderes. Ein Lieblingsort ist einer, den man freiwillig so oft wie möglich aufsucht. Komischerweise verbinde ich mit Lieblingsort Einsamkeit. Einsamkeit in ihrer positiven Auslegung: Meinen Lieblingsort suche ich auf, wenn ich allein sein will. Das ist ein Ort, an dem man seine eigenen Gedanken besser ertragen kann. Und da muss ich sagen – obwohl ich ein Stadtkind bin – das ist für mich der Auwald. Von Wasser durchädert, verwildert, krautig, moosig, gefährdet – ich bin ca. zwei Mal in der Woche dort. Wie gut, dass er in zehn Minuten erreichbar ist. Ich könnte hier so viele Auwald-Bilder einstellen, aber die Schönheit, die ich da sehe, stellt sich vermutlich nicht für andere Augen her. Also beschränke ich mich auf eine Stelle: Es ist der Krötentümpel, über den ich hier schon berichtet habe.

Das ist die Stelle, einmal trübe im Spätherbst:

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Und einmal sonnig im Mittelherbst:

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Ich habe schön öfter über den Auwald geschrieben: hier und hier. Im Auwald nachdenken. Im Auwald rennen. Das möchte ich nicht mehr missen. Übrigens, wer etwas für den Auwald tun will – es gibt ja Sachen wie Abholzungen, merkwürdige Maßnahmen zum Hochwasserschutz, plötzlich auftauchende betonierte Pfade etc. – der wird einfach Mitglied im Ökolöwe e.V. Tut nicht weh und wirkt.

Königspudel in Winterlaune

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Das einsame Schaufenster in der Scharnhorststraße ist mittlerweile zur Blog-Berühmtheit geworden. Zuletzt hatte es sich dem Hundescheißchen gewidmet: hier. Rechts in den Kategorien unter Schaufenster sind alle Fensterinhalte zu sehen, auch jenes, das wir selbst gestaltet haben. Inzwischen sind in der Ausstellungsfläche die Produzenten des Scheißchens in den Mittelpunkt gerückt:

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Ich finde, es ist diesmal eine nette Momentaufnahme geworden. Eine Anordnung von nostalgischen Devotionalien: Plastic-Königspudel, Puppe in altmodischer Strumpi, Strechcat, veraltetes Lehrmittel… A propose Plastic-Pudel: Zu DDR-Zeiten, in denen jene Pudel aus dem Bild oben hergestellt worden sind, sagte niemand Plastic, denn dies galt als westlich-schnöder Begriff. Es hieß früher schlicht und einfach Plaste. Plaste und Elaste aus dem VEB Schkopau – bitte hier entlang zur dazugehörigen Leuchtreklame. Ich erinnere mich an meine Schulzeit. Da fertigten wir im Chemieunterricht einen Dia-Ton-Vortrag über den Einsatz von Plaste und Elaste im Reichsbahnausbesserungswerk als Projektarbeit. Heute falzen die Schüler in der Projektwoche Harry Potter aus alten Zeitungen.

Stadtausflug: Leipziger Osten, Teil 3

Donnerstag, 29. November 2012

Im Januar gings los mit unserer Stadterkundungen. Wir wollten vor allem den Leipziger Osten ergründen und das haben wir auch getan. Nun, im grauen November startet unsere letzte Stadttour in diesem Jahr. Müssen wir dazu sagen, dass wir uns langsam heimisch fühlen, hier im Osten? Manche Ecken sind mittlerweile schon richtig vertraut geworden. Dieses Mal waren wir beinahe vier Stunden unterwegs und haben es bis nach Thekla hinaus geschafft.

Los gehts mit der Wintergartenstraße am Bahnhof, weiter in die Rosa-Luxemburgstraße. Am zerfallenden Bayrischen Hof steht die Dame auf dem Kopf:

Ein schönes Haus, mittendrin, zum Teil blau verpackt:

Eine alte rostige Wasserpumpe überrascht uns mit einem Gesicht am Pumpenschwengel, erinnert ein bisschen an “Die Schöne und das Biest”, nur ohne Schöne:

 

 

 

 

 

 

 

Beim Bäcker Göbecke entzückt die Schaufenstergestaltung. Beachtet bitte die Bikinischönheit auf der einen Torte (ein Klick aufs Bild macht alles größer):

Jetzt beginnt die Eisenbahnstraße mit einem fantastischen Häuserblick am Ende eines völlig leerstehenden Straßenzugs:

Hermann-Liebmann-Straße: Am Rand eines still gelegten Betriebsgelände der Deutschen Bahn steht dieses entzückende Pförtnerhäuschen:

Links seht ihr den ehemaligen offiziellen “Eingang” für Besucher, rechts der direkte Blick für Neugierige, war bestimmt mal gemütlich:

 

 

 

 

 

 

 

 

In den Betriebsschaukästen gibt es nichts mehr zu vermelden:

Links ist eigenwillig geknotete Elektrik. Das Kabel führt nach oben. Wo das Kabel mündet, seht ihr rechts: in der Lampe:

 

 

 

 

 

 

 

Nach der großen Brücke, die über das DB-Schienennetz führt, fahren wir die ganze Maxim-Gorki-Straße entlang. An der Ecke Volksgartenstraße steht wieder eine Pumpe, diesmal nicht rostig und mit Vögelchem auf dem Dach. Rechts ein Hinterhaus in der Ossietzkystraße:

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Schönefelder Rathaus hängt eine Version der beiden alten Muppet-Show-Opas:

Links: Was ist denn nur mit der Sonne los? Ein bisschen Contenance bitteschön. Rechts: Die Theklaer Straße immer weiter und immer weiter bringt uns in ländliches Gebiet:

 

 

 

 

 

 

 

Dann biegen wir ab und kommen zum Abtnaundorfer Park. Über den habe ich schon einmal berichtet: hier. Wir entdecken ein klitzekleines Gartenhaus mit einem Puppenbalkon. Zum Größenvergleich: Der Zaun war so groß wie ich, das Haus vielleicht 2,5 mal so groß wie ich.

 

 

 

 

 

 

 

Dann gehts die Gorki-Straße zurück zum Stannebein-Platz:

An diesem Platz steht diese Bank-Installation, in die Sätze geschrieben sind. Sie haben mit Friedrich Wilhelm Stannebein (1816-1894) zu tun. Stannebein betrieb in Schönefeld eine Mühle und einen Kaffee-, Milch- und Kuchengarten. Er war Mitbegründer des „Allgemeinen Turnvereins zu Schönefeld“ und der Turner-Krankenkasse. Er war ein guter Mensch und half den Armen. Aufgrund seiner Arbeit als Windmüller befasste er sich intensiv mit der Wetterbeobachtung. Bald war er darin ein echter Profi und veröffentlichte die Wettervorhersagen in den Nachrichten.

Bis zur nächsten Stadttour 2013

Judith und Ingrid

Gestalten

Samstag, 13. Oktober 2012

Ein Tag mit 150% November, aschgrau und Regen. Ein durchnässter, verwirrt aussehender Mann springt in letzter Sekunde, bevor sich die Türen schließen, in die Bahn. Mit dem Stoffbeutel zwischen den Knien gurrt er leise “Huppeneihui, huppeneihui, huppeneihui”. Huppeneihuis Ruf erschallt oft entlang der Karl-Liebknecht-Straße. Ich erlebe Huppeneihui meist fröhlich und laut. An diesem Regentag aber hatte es offensichtlich auch ihm die Stimmung verhagelt. Huppeneihui ist einer der Gestalten, deren Geist Schiffbruch erlitten hat. Seitdem ist er am Schwimmen und sucht ein Ufer.

Wen ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen habe, ist die geschminkte Frau mit der Perücke. Ich glaube, sie ist (war?) sehr traurig. Angetrunken und extrem stark geschminkt, wankte sie früher oft an den Straßenbahnhaltestellen entlang und schimpfte, meistens auf Männer. Sie weinte und ballte ihre Fäuste drohend in die Luft, sagte Dinge wie: “Ihr werdet schon sehen” oder “Scheiß Kerle”. In der Zeit, als ich in einem Lokal auf der Karli kellnerte, hatte sie eines Tages offenbar Probleme mit anderen Bewohnern bekommen. Sie stand weinend vor der Tür, stammelte angstvoll wirres Zeug und rannte dann weg. Als ihre Verfolger kamen, haben wir sie in die falsche Richtung geschickt.

Wer immer regelmäßig ins Lokal kam, war Mohscher. Weißhaarig und immer ordentlich gekleidet, und auch ziemlich verwirrt. Bei uns bekam er stets ein großes Glas Wasser mit Eiswürfeln und Zitrone. Mohscher hatte manchmal den Schalk im Nacken. Einmal schleppte er eine alte Fotografie bei sich. Darauf war eine Gruppe Frauen abgebildet. Wir mussten zeigen, welche die Schönste ist. “Aber wirklich die Allerschönste”, betonte Mohscher. Es war ihm ernst. Zum Glück war die Aufgabe nicht so schwer, man konnte gut sehen, wer auf dem Bild eine echte Schönheit war. In welcher Beziehung Mohscher zu der Schönen stand, hat er uns nicht verraten. Den besten Auftritt hatte Mohscher, als ich einmal mit meiner Großmutter, die mich in Leipzig besuchte, die Karli entlang spazierte. Mohscher kam zu uns und erklärte, er sei mit mir verheiratet. Meine Großmutter lächelte, schüttelte sanft den Kopf und erwiderte, sie denke, dass sei nicht wahr. Mohscher hatte wie ein Honigkuchenpferd gegrinst. Zwischendurch habe ich ihn lange nicht gesehen, aber vor etwa einem Jahr marschierte er zackigen Schrittes die Straße entlang. Er sah aus wie immer.

Marschierenderweise kennen aufmerksame Stadtgänger vor allem den “General”. Vollbärtig, mit irrem Blick und mit einer eigentümlichen Gangart, an welcher die Jungs von Monty Python ihre helle Freude gehabt hätten, gehört er zu den Gestalten, die am häufigsten auf der Karli hin und her flanieren. Der General grüßt meist freundlich und ist dem Bierchen stark zugetan. Er freut sich, wenn man ihm dann und wann eines spendiert. Wie Mohscher ist der General immer der Jahreszeit entsprechend angezogen, sauber und stinkt nicht. Ich denke daher, dass er ein Heim hat, wohin er abends zurück kehrt.

Das gilt wohl auch für den Schnorrer. Er steht meist in Nähe Volkhaus auf dem Gehweg und spricht jeden Vorbeikommenden an, ob er nicht zwei Euro für ihn habe. Mich hat er bestimmt schon 76 Mal gefragt. Früher tischte er immer noch die  Geschichte auf, ihm fehlten noch genau zwei Euro für ein Busticket. Ich habe ihm noch nie Geld gegeben, weil mir zwei Euro echt zuviel sind. Ich glaube auch nicht, dass er das Geld dringend braucht, denn wer auf das Betteln angewiesen ist, würde taktisch klüger vorgehen, vermute ich. Der Gesichtsausdruck des Schnorrers ist auf andere Weise verwirrt als z. B. das von Huppeneihui, irgendwie stumpfer und stupider.

Diese Gestalten gehören zum Stadtbild, sie bleiben sich treu. Niemand weiß, wie es bei ihnen angefangen hat. Man sieht nur das Ergebnis.

Übrigens, bei Tofubratwurst in meiner Blogroll gibt es eine Sammlung von Porträts von Gestalten und anderen Menschen, die an unterschiedlichen Rändern leben. Die “Street Porträts” sind großartige Aufnahmen, die unter die Haut gehen. Der General ist auch dabei.

Auflösung der Saftkralle

Montag, 1. Oktober 2012

In diesem Posting hier: http://text-burger.de/?p=1334 hatte ich den Begriff der “Saftkralle” versteckt und erwähnt, dass nicht mal Google ihn kennt. prochaine arret kommentierte dann mit “Google … Saftkralle … 1 Ergebnis (0,27 Sekunden) … … text-burger.de/?tag=saftkralle” und erbat sich mehr Infos über das Wundergerät. Und hier kommen sie:

Das ist die Saftkralle, die es schon/noch gibt. Peter vom Ökolöwe Umweltbund Leipzig e.V. besitzt sie seit ca. 15 Jahren. Damals hieß das Ding “Wasserkastenträger” und wurde durch den ADFC vertrieben. Die kleine Metallvorrichtung „krallt“ sich an die Gepäckständer von nahezu allen Fahrrädern und ermöglicht so mühelos den Transport von zwei oder sogar drei Flaschenkästen. Dummerweise wird diese Vorrichtung schon lange nicht mehr hergestellt. Dabei ist sie so praktisch! Peter transportiert mit ihr mühelos gleich 2-3 Kästen des Ökolöwen-Bio-Apfelsaftes (aus den Äpfeln der Ökolöwen-Streuwiesen in Leipzig) auf seinem Fahrrad. Die Kästen werden einfach links und rechts eingehängt wie auf diesem Bild:

Es müssen immer zwei Kästen transportiert werden, weil sonst das Gleichgewicht nicht hinhaut. Ich habs gleich geübt. Auch beim Be- und Entladen ist Sorgfalt gefragt. Aber dann funktioniert es problemlos.

Und was soll das Ganze, wenn es das Ding eh nicht mehr gibt, werdet ihr euch fragen? Tada!!! Peter hat gerade mit der Metallwerkstatt der Diakonie in Reudnitz Thonberg gesprochen. Die stellen jetzt erst einmal einen Prototypen her, denn Peter hat ne Menge Verbesserungsvorschläge für die Saftkralle eingeplant. Sie soll so konstruiert werden, dass sie auf dem Gepäckträger weiter nach hinten lagert. Dann kommt sie sich auch nicht mit ausladenden Fahrradsatteln in die Quere. Ebenso müssen die Haken an den Seiten verlängert werden, damit die Flaschenkästen auf dem Leipziger Kopfsteinpflaster nicht aus der Vorrichtung springen.

Bleibt nur noch die Sache mit dem Namen. Wird der Träger Saftkralle heißen? Eigentlich kann er ja viel mehr als Saft transportieren. Er hat auch ein Herz für Bier-, Wasser- oder Limokästen. Und er macht Menschen ohne Auto mobiler und damit glücklicher. Also macht die Saftkralle die Welt ein kleines Bisschen besser.

Hier fährt er, der Peter, dem Flaschenkästen-Fahrrad-Happy-End entgegen:

Heinzelmännchenburg aus Fockeberg-Müll

Sonntag, 16. September 2012

Voila: Unsere Heinzelmännchenburg mit Müll vom Fockeberg – alles, was man so findet. Unsere Burg besitzt ein Teehäuschen, einen Kräuterteebeutel-Duftbaum und sogar eine kleine rosa gestreifte Geburtstagstortenkerze – schon gefunden? Und wie ihr seht, ist der Fockeberg fest in Sternburg-Hand. Einfach drauf klicken, dann wird die Heinzelmännchenburg ganz groß.