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Rom, prego!

Ich war in Rom. Was soll ich sagen? Dass Rom unglaublich schön ist? Engelsburg, Petersdom, Vatikanische Museen, Sixtinische Kapelle, Pantheon, Kapitol, Forum Romanum, Colosseum, Trevi Brunnen... unmöglich, diese Pracht hier zu zeigen. Ich versuche trotzdem, ein paar Momente hier zu konservieren. Der Himmel über dem Kapitol, wie gemalt. Michelangelo hätte sich gefreut:

P1050537P1050547Lieblingsbäume:

P1050707Mein Lieblingsort, das Pantheon - die schönste Kuppel (oben offen!), hier steht die schönste Madonna - von Raffael, der hier auch begraben liegt. Aber all meine Fotos sind unbedeutend und fangen nicht im geringsten etwas von der Stimmung da drinnen ein (bei Klick aufs Bild wirds groß): P1050664P1050667P1050668  

Leute:

P1050691Körper:

P1050697Mein Lieblingsbild:

P1050711Stadt der Engel:

P1050624Ein verblüffter Hase - mein Lieblingsdetail auf sieben Kilometer Vatikanische Museen:

P1050635Ah-und Oh-Raum in den Vatikanischen Museen:

P1050640Hinterhofromantik:

P1050564Nachtleben:

P1050563In der Engelsburg:

P1050532Jetzt habe ich doch viel mehr Bilder hier reingestellt, als ich wollte. Abschließend: Die wichtigste Tat, um dort zu überleben, war, nach zwei Tagen in eine Apotheke zu krauchen und um Anti-Schmerzgel für die Beine zu betteln. Eines Tages haben wir uns verlaufen und sind statt nach Trastevere am Tiber entlang in die falsche Richtung gelaufen. Aber das war heilsam. Denn fernab des kunsttösenden Zentrums haben wir gesehen, an manchen Stellen sieht auch Rom aus wie eine halbwegs normale Stadt.

Eine App, eine App!

Letztes Jahr war ich schwer unterwegs, z. B. zum Beispiel in Hoyerswerda, Senftenberg, Bad Liebenwerda oder im Pomologischen Schau- und Lehrgarten Plessa... Ergebnis: Die Deutsche Bahn verwöhnt ihre Gäste mit einem Audio-Guide durch das extrem schöne Elbe-Elster-Land. Acht Städte auf dieser langen Hör-Reise habe ich mit dem Aufnahmegerät bereist und spannende Geschichten aufgespürt. Hier geht's entlang zum kostenlosen Download: http://www.bahn.de/regional/view/regionen/berlin_brbg/services/audioguides.shtml Gute Reise!

Herzen im Angebot

Früh auf der Fahrt nach Hoyerswerda steht ein junger Mann in der S-Bahn und verkauft Herzen. Es ist sein letzter Tag als "Junggeselle" (was für ein schräges Wort) und muss nun zur Freude seiner Kumpel allerlei Mätzchen machen. Dazu hat man ihm einen weißen Anzug angezogen mit Herzen drauf und die muss er nun verkaufen: P1040988Ich finde ihn ja viel zu jung, um zu heiraten, und das sage ich ihm auch. Er protestiert. Dann entschließe ich mich, ein Herz aus seiner Hüfte zu kaufen. Ich muss es selber ausschneiden. "Aber nicht in die Hose schneiden", meint er ängstlich. Es ist noch früh und er NOCH nüchtern und wenig wagemutig. Eiskalt erwähne ich, dass immer ein Risiko besteht, das gilt auch für die Ehe. Er erlaubt mir, hier über ihn zu berichten. Auf der Rückfahrt von Hoyerswerda am Abend ist die Junggesellenabschiedsgruppe immer noch auf den Bahnhöfen dieser Strecke unterwegs - jetzt deutlich angeschnickert. Der rosa Hut sitzt noch, der weiße Anzug ist verschwunden, er hat wohl alle Herzen unter die Leute gebracht. Erschöpft sieht er aus. Nicht leicht, so ein Tag. Jetzt liegt das Ein-Euro-Herz hier. Egal wie preiswert ein Herz ist, es ist immerhin ein Herz. P1050013  

Hinschauen

Durch einen Job bin ich im Dezember viel herum gekommen. Für Interview-Tonaufnahmen war ich in Coswig, Senftenberg, Hoyerswerda, Bad Liebenwerda, Schwarzkollm, Plessa, Großenhain und Lauchhammer. Ich habe so viele Leute kennen gelernt, die mir über ihre Arbeit erzählten, über Traditionen ihrer Region, über Geschichte und Kultur, über das, was sie aufgebaut haben. Teilweise wussten diese Menschen so viel über die Gegend, aus der sie stammen, oder in die sie durch ihre Arbeit gekommen sind. Das war interessant, bewegend, erheiternd. Und ich dachte, meistens ist es doch gut dort, wo man ist. Man muss nur genau hinschauen. In Lauchhammer habe ich auf den Boden geschaut, neben der Eisen- und Bronzegießerei, die es dort seit ca. 300 Jahren gibt. Da habe ich das hier gefunden: P1040805Es ist ein Stück Schlacke, das beim Gießen entsteht. Die Oberfläche ist wundervoll blau. Ein wunderschön anzusehendes Stück Abfall. Ich werde es mir aufheben.

Busfahrt

Heute war ich wegen der Arbeit in Hoyerswerda. Steig ich am Bahnhof in den Bus und frag: "Kommen Sie an der Brigitte Reimann-Straße vorbei?" - Der Busfahrer: "Die gibts hier nicht!" Sie gibt es aber doch! Wir einigen uns auf die Lieselotte Herrmann-Straße gleich daneben. Fragt er mich aus während der Fahrt, woher ich komme und so... "Ach, Sie haben sicher Familie hier." - Ich: "Nee, ich bin beruflich hier." - Er: "Wie? Gibts hier Arbeit?" - Ich: "Nee, ich führe hier Interviews zu Thema "Brigitte Reimann"." - Er: "Ach die! Aber unschuldig war die auch nich!" - Ich: lache. Wir reden über Brigitte Reimann, was die alles für Hoyerswerda durch gesetzt hat und so. Der Busfahrer ist entsetzt, als er hört, dass sie mit nur 39 Jahren starb. Dann reden wir über Leipzig. Da soll sich ja grad was tun, sagt er. Na ja, nicht anders als hier bei Ihnen, sag ich: lauter Baustellen halt. Der Busfahrer findet diesen Jung, Burghardt Jung, den Leipziger Bürgermeister, den findet er nett. Hat er letztens im Fernsehen gesehen. Wir nähern uns dem Ziel. "Muss ich nicht hier raus", frag ich? - Er: "Nee, das Haus, wo die gewohnt hat, ist da vorn, da ist nämlich ne Plakette dran." Und dann hält er mit einem schelmischen Grinsen direkt vor dem Haus, in dem Brigitte Reimann gewohnt hat, obwohl da gar keine Haltestelle ist. Der riesige Bus bleibt einfach stehen und alle Autos müssen wegen mir anhalten. Ich gehe über die Straße und winke dem Busfahrer ein letztes Mal. Ich war im Sommer schon einmal in Hoyerswerda, als Brigitte Reimann zu Ehren ein Denkmal enthüllt wurde, hatte ich hier drüber geschrieben. Vielleicht fahre ich sogar noch mal hin.