Am Samstag wird eingeschult und es ist Zeit für einen Abgesang auf den Sommer. Mein Geräusch dieses Sommers war die Sektkorkenkrähe in unserem Hof. Seit Wochen erfreut sie mich mit der Imitation eines knallenden Sektkorkens. Das klingt auch ein bisschen wie freudiges Verschlucken. Da Krähen klug sind, muss sie es irgendwo aufgeschnappt und imitiert haben. Sicher wurden in diesem Sommer viele Sektflaschen geploppt, z. B. auf die Sieger bei EM-Spielen oder Olympia-Kämpfen. Jetzt sind alle Siege errungen, nun fällt das Obst. Bald wird dieses zu Saft fabriziert und Verfechter reinen Obstsaftes bewaffnen sich mit einer Saftkralle und karren das Nass in die heimischen Keller als gäb’s kein Morgen, nur nahenden Winter. O.k., den letzten Satz hab ich hier nur hin geschrieben, weil ich den Begriff “Saftkralle” so toll finde. Aber da Wörter zu meinem Broterwerb gehören, erlaube ich mir das. Nicht mal Google kennt das Wort Saftkralle. Ist aber so ein Ding, dass man hinten ans Fahrrad klemmt und mit dem man Saftkästen prima tranportieren kann. Marke Eigenbau. Ach ja, Herbst. Ich mag ihn. Der Herbst führt auf sicheres Terrain zurück. Endlich kann man wieder Stiefel anziehen ohne blöd aufzufallen. So steht es sich sicherer. Im Laub zum Beispiel, auf Spaziergängen durch Leipzig Straßen und Wälder.
Zum Abschluss ein paar Bilder vom letzten Spaziergang. Vielleicht haben mich die Bilder im neuen Fotoblog der Flohbude inspiriert? Jedenfalls stammen meine stümperhaften Fotos auch von einem Friedhof – vom Stadtgottesacker in Halle. Ein Camposanto mitten in Halles Innenstadt, hier liegen Francke, Thomasius, Wucherer, Händels Vater – Infos hier. Der Stadtgottesacker wurde zwischen 1590 und 1594 nach italienischem Vorbild angelegt und ist unglaublich schön. Seht selbst:






