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Jütland

Urlaub. Urlaub.Urlaub. In diesem Jahr war er besonders schön. Im Norden Dänemarks, in Jütland. Jeder Morgen hier begann in unserem phantastischen Ferienhaus, umgeben von Wald. Man versank knöcheltief im Moos und am ersten Abend stand Herr Fuchs auf unserer Terrasse und sah uns verständnislos an. Zweifellos einer der faszinierendsten Plätze in Jütland ist der äußerste Zipfel im Norden, in Skagen. Die Landzunge wird zum Ende hin immer schmaler, immer schmaler, bis sie nur noch ein Meterchen misst. Da braust von rechts die Ostsee heran und von links die Nordsee. In der Mitte kämpft die Gischt beider Meere miteinander und wenn man mit den Füßen drin steht, spürt man die Kraft, die dahinter steckt: P1050411Auf der linken Nordsee-Seite (weiter ins Land hinein) besitzt das Meer mehr Bums. Da donnern große Wellen. Wie eine brausende Wand kam es mir entgegen und fiel kurz vor mir zusammen. Ich hatte mich in den Schlick gesetzt und mir meine Plastiklatschen unter den Hintern gestellt. War nix zu machen, das Meer hat sie unterspült und mir einen nassen Hintern beschert. Hab ich aber nicht fotografiert. Während Skagen Ende des 19. Jahrhunderts von vielen Malern heim gesucht wurde - wegen des Lichts - war Saeby, unser Nachbarörtchen, die Stadt der Dichter. Diese Dame hier: P1050389wurde als Erinnerung daran aufgestellt, dass Henrik Ibsen hier einst zu seinem Stück "Die Frau am Meer" inspiriert wurde. Mitten in der Heidelandschaft Jütlands erheben sich plötzlich riesige Sandberge: eine Wanderdüne - die Rubjerg Knude zwischen Lønstrup und Løkken. Durch Wind und Wetter erreicht sie mittlerweile eine Höhe von 50 Metern, deshalb musste 1968 der Betrieb des Leuchtturmes eingestellt werden. Das Haus am Fuße des Leuchtturms hat die Wanderdüne bereits zerstört. Es sind nur noch Steine und Mauerreste übrig. Auf der Düne fühlt man sich wie mitten in der Wüste, aber zum Glück befindet sich in ihrem Rücken das weite, blaue Meer. Allerdings muss man erst einmal hier hochkommen, es geht extrem steil nach oben und alles nur Sand. Hinter mir kraxelten zwei alte Damen und ein Herr mit Gehstock hinauf. Sie waren bestimmt an die 80. Oben auf der höchsten Dünenspitze hörte ich, wie eine der Damen gedankenverloren und sehnsüchtig sagte: "Hier hinunterkullern. Das muss so einen Spaß machen." Diese Düne ist ein irgendwie ein erhebender Ort. Bei Klick auf's Bild wird's ganz groß - für einen besseren Eindruck des Sand-Giganten: P1050468P1050477P1050473P1050500P1050505P1050506P1050480Manchmal sieht Dänemark aus wie Mallorca:P1050429Und Glotzer am Strand gibt es ja überall: P1050515P1050399P1050395

Wahandern, mal wieder!

Meine Rubrik "Gehen Brulée" habe ich schändlich vernachlässigt. Ich versuche, das zu ändern. Deswegen zunächst: Einblicke in die letzte Tour. Am Bahnhof ging alles los. Die Neigungsgruppe Wandern traf sich in Bad Kösen für einen gepflegten Gang inklusive Steigung. Das wunderschöne Bahnhofshäuschen ist zwar kaputt und nicht mehr in Betrieb, aber dennoch eine kleine Schönheit: P1040547In einem Bad Kösener Eiscafé belauschte ich großartige Wortwechsel. Am Nebentisch: Frau: "Wenn die Klitschkos kommen, muss ich gucken. Geht nicht anders! Als Henry Maske noch boxte, hab ich auch immer geguckt. Weil, mein Mann heißt auch Henry. Da hab ich aus Sympathie geguckt." Und auf der Damentoilette: Zwei kleine Jungs blockierten diese. Kommt die Mutter und fragt: "Was issn hier los?!" - Die Jungs: "Wir haben Durchfall!" - Die Mutter entsetzt: "Macht keene Scheiße!" Bad Kösen schein ein skurriles Pflaster zu sein: Eine gelbe Katze sitzt auf dem Dach und schielt hinunter zum Auge des Zyklopen: P1040548Kaum unterwegs im Wald, werden wir aufgefordert zum Denkmälern. Ein schmissiger Theodor-Körner-Spruch (Schicksal zerschmettert Heldenbrüste aber nicht den Heldenwillen oder so) mahnt uns an die Bad Kösener Gefallenen des Ersten Weltkriegs: P1040550Und schon droht die Region mit Landschaft: P1040562 P1040566Auf der Rudelsburg sind Tauben zu Hause und girren versteckt im Mauerwerk: P1040565 P1040567Eine Installation in Saaleck: Ganz rechts - die Verbindung zur Welt, ganz links - die Heimat, und dazwischen - SOS. Alles, was man braucht. P1040575Wer die Anbindung zur Welt nicht braucht, läuft gegen die Baumwand: P1040586 P1040585P1040588Nach einem echt verzweifelten Aufstieg wurde im "Himmelreich" gerastet - die Senfaufschrift auf dem Teller beweist es. Oma und Opa sitzen in Bad Kösen einträchtig vor dem Haus, als wäre nichts passiert. P1040589P1040595Eine Haltestelle namens Katze finde ich zumindest ungewöhnlich. Rechts: bitteschön, salzverästelte Faschinen im Gradierwerk - gesund!