Heute: Gundermann! Ja, Gundermann!!!! Aber nicht der singende Braunkohlebaggerfahrer sondern dieses superbe Kraut hier. Gundermann oder Gundelrebe (Glechoma hederacea) ist ein Wahnsinnskraut, dass den hiesigen Auwald zusammen hält. Man kann ihn das ganze Jahr ernten und vielfältig anwenden. Da er sehr geschmacksintensiv ist und auch ein wenig bitter, empfiehlt es sich, ihn im Essen sehr sparsam anzuwenden. Bei uns hat er gestampft und mit Wickeln versehen schon arg geschundene Knie geheilt, denn Gundermann treibt den Unrat aus dem Körper.
Der Etymologie nach heißt die Pflanze EITER oder GESCHWÜR – reizend nicht wahr? Denn Gund war der gotische Name für Eiter. Wundheilung, Bronchialerkrankungen, Gift ausleiten – das kann er! Hier stehen interessante Dinge über das Kräuterchen, z. B. dass man mit ihm – in der Walpurgisnacht gepflückt – Hexen enttarnen kann. Das ist ja manchmal nützlich.
Andere Volksnamen für Gundermann lauten: Zauberpflanze, Blauhuder, Buldermann, Donnerrebe, Hederich, Engelskraut, Erdefeu, Efeu-Gundermann, Gewitterblume, Guck-durch den Zaun, Grundrebli, Gundelrebe, Gundelrebli, Gundelrieme, Gutermann, Heckenkieker, Heckenmädchen, Heilrauf, Heilreif, Huderich, Silberkraut, Soldatenpetersilie, Steinumwickler, Stinkender Abbatz, Totenkraut, Wildes Katzenkraut, Zickelskräutchen, Wald-Uschla… Donnerrebe, weil Gundermann eine Verbindung mit Thor habe, Zickelskräutchen verweist auf eine Verbindung mit den Göttinnen Artemis und Freya. Früher haben sich die Leute bei der Betitelung ihrer Pflanzen noch was einfallen lassen.
Ebenso schön finde ich die englischen Namen für die Gundelrebe: Ground Ivy, Alehoof, Haymaids, Lizzy-Run-Up-The-Hedge, Robin-Run-In-The-Hedge…
Übrigens kenne ich mindestens 20 Frauen, die bei Gundermann entzückt aufschreien


